Zenners HNO-Blog

 

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Akuter Schnupfen
(Synonyma: Rhinitis acuta; engl.: common cold)
Akute, meist viral bedingte Entzündungen der Schleimhaut der gesamten Nasenhaupthöhle...

Ätiologie: Überträger dieser häufigen Infektionskrankheit sind Viren (Rhino-, Corona-, Adeno-, Myxo- und Paramyxo- sowie RS-Viren), die meist durch direkten oder indirekten Kontakt (Taschentücher, Hand-Finger-Nasen-Kontakte) übertragen werden.
Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von 1-4 Tagen kommt es zuerst zu einem
trockenen Vorstadium mit Niesreiz, Fremdkörper-, Wundgefühl und Brennen in der Nase, darauf folgt das
katarrhalische Stadium mit zunehmender Verstopfung und wäßriger Sekretion der Nase. Dadurch kommt es zur Rötung und Entzündung der Haut des Naseneingangs (typische Schnupfennase). Zusätzlich kann es zur Blutung aus der entzündlich veränderten Nasenschleimhaut kommen.
Tritt eine bakterielle Superinfektion hinzu, so wird das Sekret eitrig, wodurch sich die Abheilungsphase verzögert.
Typisches, durch die Schleimhautschwellung bedingtes Begleitsymptom ist die Hyp- bzw. Anosmie (Riechstörung).
Nach 1-2 Wochen klingen die Symptome langsam ab.
Diagnostik:
klinischer Befund mit wäßriger Sekretion aus der Nase, Rötung der Schleimhaut und der Nasenweichteile.
Komplikationen:
Absteigende Infektion der Luftwege, Bronchitis, selten Pneumonie.
Besonders bei Kindern können akute Mittelohrentzündungen auftreten.
Ein vorübergehend auftretendes Serotympanon ist keine Seltenheit und heilt spontan aus.
Ferner kann es zu einer akuten Sinusitis kommen, die primär rein serös ist, später jedoch bakteriell superinfiziert werden kann (akute purulente Sinusitis).
Durch den Befall der Fila olfactoria kann es zu einer bleibenden Anosmie kommen.
Therapie:
nur symptomatische Therapie möglich in Form von abschwellenden Nasentropfen (Xylometazolin), Inhalationen mit ätherischen Ölen (Kamille) und Einnahme von Mukolytika (Schleimverdünner). Eine Antibiotikagabe ist nur bei einer eitrigen Rhinitis sinnvoll.

Quelle: Zenner, HNO-Heilkunde, Kindle-Edition, Amazon

Allergische Rhinitis auch im Winter
Dabei handelt es sich um eine vererbare Immunerkrankung mit besonderer ganzjähriger Betroffenheit der Schleimhäute der Nase....

Ätiologie und Pathogenese: durch Allergene ausgelöste, IgE-Antikörper vermittelte Freisetzung von Mediatoren mit Hyperreaktivität der Nasenschleimhaut. Immunologische Sofortreaktion vom Typ I nach Coombs und Gell. Allergien treten auf v.a. gegen Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen, Tierallergene, Nahrungsmittel- und Berufsallergene.
Die häufigsten Allergenquellen sind ganzjährige Allergenquellen:

Ganzjährige Allergenquellen
Hausstaubmilben
Schimmelpilze
Tierepithelien und -speichel
Nahrungsmittel
Berufliche Allergenquellen
Schimmelpilz
Mehlstaub
Getreidestaub
Stärkespaltende Enzyme
Holzstaub
Tierepithelien
Arzneimittelstaub und -aerosole
Salzkomplexe
Kunststoffe
Kaffee- und Kakaonaturbohnen
Rhizinus
Baumwollstaub

Symtome: Durch die allergische Reaktion werden Symptome ausgelöst wie wäßrige Rhinorrhö, nasale Obstruktion (Tabelle 8-4), Juckreiz, Niesanfälle, Reizerscheinungen im Bereich der Konjunktiven, des Nasenrachenraums und des Tracheobronchialsystems (Asthma). Im Gefolge einer chronischen Schwellung der Schleimhaut des Nasopharynx kann es zu Tubenventilationsstörungen und zum Serotympanon kommen.

Diagnostik: Die Diagnostik umfaßt ausführliche Anamneseerhebung, aus der bereits die betreffenden Allergene eruiert werden können:

Dabei ist es von besonderer Bedeutung, die zeitliche, örtliche und situative Abhängigkeit der Beschwerden insbesondere bei Ortswechsel herauszufinden. (Besteht der Verdacht auf eine durch Berufsallergene ausgelöste allergische Rhinitis, so muß es an Wochenenden oder im Urlaub zu einer deutlichen Besserung der Symptomatik kommen.)

Hauttests zur näheren Eingrenzung des Allergens, die in Form von Reibe-, Scratch-, Prick- und Intrakutantest vorgenommen werden.

Zusätzlich zu diesen Tests sind In-vitro-Untersuchungen sowohl im Serum als auch im Nasensekret möglich. Im Serum kann das Gesamt-IgE oder das allergenspezifische IgE, im Nasensekret der Nachweis eosinophiler und basophiler Granulozyten sowie von Mastzellen ein Hinweis auf eine allergische Diathese sein.

Therapie: An erster Stelle des therapeutischen Konzepts steht die Allergenkarenz, d.h. die Ausschaltung von Allergenen aus der Umgebung des Patienten. Dies ist die einzige kausale Therapie. Eine vollständige Allergenkarenz ist, abgesehen von der Vermeidung von Tierkontakten, allerdings nur selten möglich. Der Patient sollte jedoch zumindest eine Teilkarenz anstreben.

Ein nächster Schritt bei Hausstaubmilbenallergie ist die Hyposensibilisierung bei bekanntem Allergen. Durch die wiederholte Zufuhr steigender Mengen des bekannten Allergens wird im Organismus eine Art Toleranz erzeugt. Das Allergen wird in Form von subkutanen Injektionen appliziert. Die Wirkung einer oralen Hyposensibilisierung ist zweifelhaft. Zur symptomatischen Behandlung stehen Degranulationshemmer, Antihistaminika, Glukokortikoide und Sympathikomimetika zur Verfügung.

Quelle: Zenner, HNO-Heilkunde, Kindle-Edition, Amazon

Freitag, 5. Januar 2018
Hausmittel bei Husten, Schnupfen, Grippe

Hausmittel bei Husten, Schnupfen und Grippe

Honig als Sirup kann Husten nachweisbar mildern und die Zeitdauer des Hustens verkürzen, und zwar selbst bei Kleinkindern. Dies konnte eine klinische Studie überzeugend zeigen (Cohen HA, Hoshen M, Gur S, Bahir A, Laks Y, Blau H. Efficacy and tolerability of a polysaccharide-resin-honey based cough syrup as compared to carbocysteine
syrup for children with colds: a randomized, single-blinded, multicenter study.
World J Pediatr. 2017 Feb;13(1):27-33.?9)

Holunderbeerensaft kann die Krankheitsdauer von Grippe und Infekten der oberen Luftwege verkürzen. Anders als beim Knoblauch (s.u.) wurde eine überzeugende Studie (Doppelblindstudie; Tiralongo E, Wee SS, Lea RA. Elderberry Supplementation Reduces Cold Duration and Symptoms in Air-Travellers: A Randomized, Double-Blind Placebo-Controlled Clinical Trial. Nutrients. 2016 Mar 24;8(4):182.) durchgeführt, die dies zeigte.

Knoblauchzehen bei Grippe und akutem Schnupfen konnten keine überzeugende Wirkung zeigen. Knoblauchzehen gekaut oder als Brei oder daraus eine Suppe hergestellt haben wissenschaftlich nachgewiesen (Petropoulos S, Fernandes Â, Barros L, Ciric A, Sokovic M, Ferreira ICFR. Antimicrobial and antioxidant properties of various Greek garlic genotypes. Food Chem. 2018 Apr 15;245:7-12.)zwar antivirale und antioxidative Effekte. Deshalb sollen sie hilfreich bei Grippe und Schnupfen sein. Allerdings: Die Arbeiten, die eine Verkürzung der Krankheitsdauer zu zeigen scheinen, sind leider nicht gut genug, um diese Behauptung zu stützen (Lissiman E, Bhasale AL, Cohen M. Garlic for the common cold. Cochrane Database Syst Rev. 2014 Nov 11;(11)).

Schade, fehlerlos durchgeführt, könnte der Beweis vielleicht schon erbracht worden sein.

Kalte Wadenwickel können Fieber um ca. 1 Grad Celsius senken. Ein feuchtes Tuch im Kühlschrank vorkühlen und mehrmals am Tag um Waden und Unterarme wickeln.

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